Kontakt:

Theater UBU
Alina Tinnefeld
Dornberger Straße 1
33615 Bielefeld

Tel.: 0157 567 841 96

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Adresse:

Ostblock

Kulturhaus Bielefeld
Werner-Bock-Straße 34 c
33602 Bielefeld

O for a Muse of Fire

Shakespeare-Collage 2017

„If we shadows have offended /

think but this and all is mended…“

Das Theater UBU und die Improtanzgruppe des Theaterlabors haben sich auf eine Reise in die Welt Shakespeares begeben – eine Reise durch alle Ecken und Winkel im Theaterhaus im Tor 6. Die Perikles-Aufführung im Sommer 2016 weckte bei den beteiligten Akteuren den Wunsch, sich intensiver mit dem großen Dramatiker auseinanderzusetzen.

Entstanden ist dabei eine Collage von Szenen und Rollen, die von den Beteiligten selbst ausgewählt wurden. Der Abend als Ergebnis dieser Auseinandersetzung entführte die Zuschauer in die verrückte, tragische und komische Welt Shakespeares, wobei Tanz, szenisches Spiel und gesprochenes Wort – auf Deutsch, Farsi, Russisch, Französisch und mehr – aufeinandertrafen und verschmolzen. Von den großen Dramen wie „Romeo und Julia“, „Julius Cäsar“ und „Richard III“ bis zu den Sonetten und unbekannteren Werken erlebten wir eine Welt voller magischer Wesen, eisiger Despoten, verrückter Könige, kämpfenden Familienclans, tragischer Helden und in Liebe entbrannter Paare.

Nicht zuletzt wurde ein fast vergessener Shakespeare-Monolog von ungeahnter Aktualität auf die Bühne gebracht: Das leidenschaftliche Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit aus „Sir Thomas More“.

„Imagine that you see the wretched strangers,
their babies at their backs and their poor luggage,
plodding to th’ ports and costs for transportation…“

Ausschnitte aus: Romeo und Julia, Heinrich V, Macbeth, Richard II, Julius Cäsar, Was ihr wollt, Das Wintermärchen, Sonett 91, Richard III, Viel Lärm um nichts, Die lustigen Weiber von Windsor, Sir Thomas More, Ein Sommernachtstraum

Improtanzgruppe (Leitung: Agnetha Jaunich):
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Leitung (Theater UBU): Yuri B. Anderson & Alina Tinnefeld

Es spielten (Theater UBU): Laure Aussems, Klaus Bergel, Marianne Braun, Frauke Lara Düll, Nashmil Gafur, Antje Illeson, Hamid Khoshghadam, Robert Schaike, Marlene Stücke, Alberto Sulaimon

Musikalisches Coaching: Lukas Pergande

Bühne & Licht: Tom Dombrowski, Marc Augustin

Ton: Juri Beier

Impressionen der Aufführung

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Presse

Neue Westfälische

„Shakespeare-Collage begeistert
im Theaterlabor Bielefeld“

Text: Heike Krüger, Neue Westfälische, 10.02.2017

„O for a Muse of Fire“ als spezielle Führung durchs Haus

Bühnen, Heizungsraum, Lager, der Platz vor der Hausfassade, Probenräume und Foyer – es war eine ungewöhnliche Führung durchs ganze Haus, die das Theaterlabor am Mittwoch und Donnerstag im Angebot hatte. Statt für die Dauer einer Aufführung unbeweglich im Zuschauerraum zu verharren, wanderten die Premieren-Besucher von Szene zu Szene. So kamen sie nicht nur in den Genuss vieler Ausschnitte aus bekannten und weniger bekannten Shakespeare-Werken, sondern durften sich zugleich mit etwa 20 Darstellern auf eine Entdeckungstour durch die weitläufigen Räume des Tor 6 Theaterhauses begeben.

„O for a Muse of Fire“ hatten das Theater UBU und die Improtanzgruppe des Theaterlabors ihre Produktion in Anlehnung an ein Zitat des berühmten Dramatikers benannt. Unter der Leitung von Yuri B. Anderson (Theater UBU) und Agnetha Jaunich (Tanz) hatten die Akteure Szenen aus Romeo und Julia, Macbeth, Richard II. und III., Julius Cäsar, Das Wintermärchen, Was ihr wollt, den Sommernachtstraum und mehr erarbeitet. Auch Zitate aus den Sonetten und unbekannten Texten William Shakespeares setzten sie in Tanz und Spiel um.

Rund 200 Zuschauer tauchten ein in die magische, verrückte, skurrile, leichte, komische und tragische Welt des immergrünen Autors aus dem 16. Jahrhundert. Sie fröstelten draußen vor der Tür mit Romeo, der seiner Julia von Fenster zu Fenster zuschmachtete, erklommen Treppen zum Lager mit seinem bunten Fundus an Kleidern und Requisiten, beobachteten im Foyer, wie eine entfesselte Truppe in furiosem Spiel „Das Fest“ rekapitulierte und lauschten atemlos dem intensiven Monolog Portias an ihren eifersüchtigen Ehemann Brutus (aus Julius Cäsar), der zu Tränen rührte.

Großes Spektrum der Gefühle
Sie tauchten ein in den Zauber des Waldes, der schon die Paare des Sommernachtstraums in seinen Bann zog, beobachteten die fauchenden Hexen (Macbeth) beim teuflischen Spiel am Treppenaufgang, sahen die Montagues gegen die Capulets kämpfen, Richard II. im Kerker (Heizungsraum) als elende Kreatur, schließlich Titania, wie sie sich im pittoresken roten Plisseegewand wie eine Raupe verpuppte. Da war das große Spektrum der Gefühle, Weisheiten und Bilder, die die Texte Shakespeares bis heute aktuell und unwiderstehlich schön machen. Mal mehr, mal weniger treffend umgesetzt, erreichten die Akteure, dass Shakespeares bunte, farbenreiche Welt, sein unerschöpflicher Gedankenkosmos lebendig wurden.

Shakespeares Werke mittels Wandelaufführung vor die Zuschauer zu bringen, hat im englischen Mutterland des Dramatikers Tradition. Es als derart vielfältige Collage, mit Tanz, Texten in mehreren Sprachen (Französisch, Russisch, Farsi, Spanisch, Deutsch) und Musik in vielen Tonlagen anzulegen, verdient Respekt. Tief involviert ins Geschehen und beeindruckt von der Intensität des Spiels, zollten die Zuschauer begeistert Applaus.